Depression bewältigen - Tag 11

Mittlerweile mein 11 Tag in der Klinik. Ich befinde mich derzeit mitten im Kampf gegen die Depression, die Alkohol und Drogensucht. Mir geht's von Tag zu Tag besser. Heute ging es mir so gut, das ich mich am liebsten selbst entlassen hätte. "Lassen wir die Kirche mal im Dorf", durfte ich mir von meiner Betreuerin anhören. Körpertherapie und anschließende Meditation wie jeden Morgen. Was ich allerdings gerne hätte, wäre mal eine Meditation draußen. Hoffentlich kommt das noch. Nach dem Frühstück ging es für mich zur Einzeltherapie. Den Erinnerungsflash den ich gestern hatte, habe ich gut verarbeitet. Sodas, zumindest heute, der Brief an Angel nicht geschrieben werden musste. Dennoch werde ich ihn schreiben. Selbst wenn es mir gut geht, da bin ich mir sicher. Heute hatte ich Konfrontationstherapie in der Einzeltherapie. Danach noch einmal in der Gruppentherapie. Meine schlimmsten und schmerzhaftesten Erinnerungen mit Angel musste ich noch einmal durchleben. Es war die Hölle. Die reinste Hölle. So sehr weh getan hat es das letzte Mal, als er die Stadt in der ich lebe, verließ. Und doch habe ich vieles über mich selbst gelernt. Und neue Erkenntnisse gewonnen. Was auch sehr positiv ist. Im Anschluss gab es Mittagessen. Danach die Mittagsruhe. Nach 14 Uhr war die Mittagsruhe vorbei und für uns hieß es "Hausputz". Inklusive Zimmerkontrolle. Bei mir wurde nichts gefunden. Hayden hingegen musste die Lebensmittel, die sie vom Mittagessen mitnahm, wegschmeißen. Dies hatte zur Folge, das sie die Kaffeetafel nicht in der Cafeteria hatte, sondern in unserem Zimmer unter Aufsicht. Nachmittags ging ich noch mit meiner Betreuerin bei leichtem Regen spazieren. Ich liebe die Natur. Und diese Stille hier. Hier lässt es sich wirklich gut entspannen. Auch kann ich hier hervorragend über alles nachdenken. Noch schnell das tägliche Wellness-Programm, ohne Alkohol in den Produkten natürlich, absolviert. Ehe ich den Abend nutzte und mit den anderen einen Film schaute. Mein erster Fernsehabend hier. Letzte Nacht hat es übrigens funktioniert mit der Wachtherapie. Meine 2. in dieser Woche. 3 Tage noch und ich bin 2 Wochen hier. Es geht bergauf. Wenn auch nur langsam. Aber stetig.

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Depression bewältigen - Tag 10

Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. So kann ich den heutigen Tag zusammenfassen.

Als ich heute Morgen aufstand und mich für die Körpertherapie fertig machte, war noch alles im Lot. Und auch bei der anschließenden Meditation ging es mir noch gut. Nach der Kombination vor dem Frühstück gehe ich entspannter und ausgeglichener durch den Tag.

Auch beim Frühstück war noch alles in Ordnung mit mir. Nach dem Frühstück ging ich zur Kunsttherapie kombiniert mit der Gesangstherapie.
Was ich sehr gut finde. Kreativ sein und dabei singen. Das entspannt und fördert die Konzentration. Ablenken tut es auch noch.

Nach der Kunsttherapie in Kombination mit Gesangstherapie konnte ich, aufgrund des kühlen Wetters, joggen gehen. Begleitet von meiner Betreuerin.
Die meisten gehen joggen um den Kopf freizubekommen. Ich hatte heute einen ziemlichen Erinnungsflash beim Joggen. Plötzlich hatte ich wieder diesen Schmerz in der Brust. Und fühlte mich, als wenn mir jemand das Herz herausreißen würde. Ich musste an Angel denken und seine damalige "Freundin".
"Mein Herz bricht... Es tut weh... Wenn deine Augen lügen...." An diese Worte musste ich denken. Der Song von Lafee "Es tut weh."

Wir beendeten das Joggen auf dem Klinikgelände. Ich schloss mich daraufhin im Badezimmer ein. Nicht nur um zu duschen, sondern auch um alleine zu sein. Zuhause hätte ich mich mit 100 %iger Sicherheit geritzt um den Schmerz zu betäuben.
Hayden und Ute fragten mich gefühlt alle 2 Minuten etwas um sicher zu gehen, das ich noch unter den Lebenden weile.

Es gab, kurze Zeit später, Mittagessen. Die Mittagsruhe nutzte ich und legte mich hin. Schlief dabei ein.
Als ich aufwachte war es fast Zeit für die Kaffeetafel. Mir ging es sichtlich besser.

Nach der Kaffeetafel hatte ich Leerlauf. So bot ich mich zum Küchendienst an. Ich musste irgendetwas machen. Mich ablenken. Auf andere Gedanken kommen.

Eigentlich wollte ich um 17 Uhr weiter für mein Buch recherchieren. Doch aufgrund dieses Flashbacks und der Tatsache, das ich mich mies fühlte, ließ ich es lieber sein. Ich besprach dies mit meiner Therapeutin, die es ebenfalls für besser hielt, wenn ich es ließe. "Das nächste Mal, wenn es Ihnen so geht wie heute, nehmen Sie sich einen Block und ein Stift. Und schreiben Sie Angel einen Brief. Natürlich ohne ihn abzuschicken. Besonders, wenn es Dinge gibt, die Sie ihm nur allzugerne gesagt hätten", hatte meine Therapeutin mir daraufhin gesagt.

Dies ist eine gute Idee. Wahrscheinlich auch eine gute Übungen. Was ich bald machen werde. Höchstwahrscheinlich sehr bald.
Zusätzlich habe ich diese Nacht noch Wachtherapie. Damit es mir noch ein Stückchen besser geht. Hoffe ich zumindest.

Es gibt schließlich noch genug Arbeit für mein Buch. Und genau daran mache ich mich jetzt auch. Mit Begleitung meiner Betreuerin.

8.7.15 23:59, kommentieren