Kampf gegen die Depression - Tag 1

Heute ist mein erster Tag in der Klinik. Auf wiedersehen Drogen und Alkohol. Und... der Kampf gegen die Depression beginnt! Der Tag begann relativ früh. Aufstehen und auf zum Sport. Körpertherapie. Doch so früh geweckt werden? Richtig Lust hatte ich nicht. Nur widerwillig quälte ich mich aus dem Bett, zog mir die Sportsachen an und ging zur Körpertherapie. Ich liebe Tanzen. Nur so früh am morgen... Und das noch vor dem Frühstück. Eines merke ich jedoch schnell. Das Hungergefühl meldet sich. Ich musste feststellen, das mir das Tanzen gut tat und ich nun Lust auf Frühstück hatte. Nach dem gesunden Frühstück folgte die Gesangstherapie. Auf den Weg in den Therapieraum fragte ich mich wieso ich neuerdings so schnell gereizt bin. Wieso rege ich mich gleich so schnell auf? Ich verstehe es ja selbst nicht. So wie mein cholerischer Vater will ich auf keinen Fall werden. Ich will mich nicht wegen jedem kleinen Scheiß aufregen. Ich will nicht gleich und schnell auf 180 sein. Die Gesangstherapie scheint erste Wirkung zu zeigen. Mir geht es besser. Einfach mal alles "rausgröhlen". Die Emotionen hinausschreien. Hinaussingen. Ohne Kritik. Ohne gemobbt zu werden. Obwohl es mir besser geht bin ich immer noch wütend, leicht gereizt. Sauer, zornig. Dabei gibt es doch keinen Grund. Vor dem Mittagessen will ich joggen. Eine Betreuerin begleitet mich. Wie sehr ich das Joggen doch vermisst habe. Zwar fehlt mir nach fast 12 Minuten die Kraft, doch ziehe ich das Programm durch. Insgesamt 15 Minuten lief ich. Ich fühlte mich ausgepowert, aber gut. Mich auszupowern, schweißnass zu sein habe ich gebraucht. Auch wenn mir ein wenig schlecht ist, als ich zurück in die Klinik gehe. Leicht schwindelig war mir ebenfalls. Heute habe ich das Gefühl, das Angel wiederkommt. Wieso ich das Gefühl habe, weiß ich nicht. Auch scheint mir, als müsse ich mich vorbereiten. Bereit sein. Unabhängig von Angel. Gerade JETZT in die Klinik zu gehen, war die richtige Entscheidung. Die Erkenntnis habe ich bereits gefasst. Mittagessen. Dann Mittagsruhe von 13:15 Uhr bis 14 Uhr. Vor lauter Müdigkeit bin ich fast eingeschlafen. Und das obwohl hier nicht geschlafen werden darf, wenn Mittagsruhe ist. Die Mittagsruhe endete. Endlich konnte ich ein wenig Wellness betreiben. Mich um mich und meinen Körper kümmern. Ich darf nur Pflegeprodukte ohne Alkohol benutzen. Einige musste ich heute Morgen wegschmeißen, als die Zimmerkontrolle anstand. Kaffeetafel gegen 15:30 Uhr. Hier soll ich mir den Kaffee abgewöhnen oder zumindest viel weniger trinken. Meine 2. Tasse ist meine letzte für heute. Auch wenn es mir überhaupt nicht gefällt. Gerade als ich gegen 16:40 Uhr hinaus zur Lichttherapie will, bekomme ich Nasenbluten. Knapp 20 Minuten später konnte ich dann endlich hinausgehen. Lichttherapie und Kunsttherapie wurden kombiniert. Ich freute mich auf die Kunsttherapie. Doch gerade jetzt fehlt mir die Kraft dazu. Ich bin zu müde und kreativ zu sein. Stattdessen nutze ich das andere Angebot und gehe in den Garten um ein wenig Gartenarbeit zu machen. Einige Zeit später gehe ich wieder hoch und lege mich hin. Müde. Einfach nur müde. Ziemlich müde. Erledigt. Erschöpft. So müde wie heute war ich schon lange nicht mehr. Der erste Tag lief ganz gut. Es wurde viel unternommen. Viel gemacht. Ich konnte viele Leute Kennenlernen. Darunter meine Mitbewohnerin. Das Essen konnte ich genießen. Ohne Reue. Ich bekam sogar Lust Meditation und/oder Yoga im freien zu machen. Hoffentlich bekomme ich Morgen die Chance dazu. Morgen habe ich meine ersten Therapiestunden. Mal sehen, was da auf mich zukommt. Ich freue mich, das ich das Lauftraining beibehalten kann. Das Klinikgelände ist schließlich groß genug dafür. Ich bin froh, das ich regelmäßige Laufeinheiten erhalte.

29.6.15 23:32

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